Kenya beherbergt Hunderte Nationalparks, Schutzgebiete und private Conservancies – jedes mit seinem eigenen Charme und seiner ganz besonderen Tierwelt. In diesem Reiseblog stellen wir dir die Nationalparks vor, die auf den meisten Reiserouten durch Kenya liegen. Du erfährst, warum sich ein Besuch lohnt, wie du dorthin kommst und was du dort sehen und unternehmen kannst.
Interessierst du dich besonders für die Masai Mara? Dann wirf einen Blick in unseren Masai Mara-Reiseführer. Dort findest du alles, was du über Kenyas berühmtestes Safari-Ziel wissen musst. Einen Überblick über die Eintrittsgebühren der Nationalparks findest du in unserem Bereich mit praktischen Infos.

1. Amboseli National Park | Elefanten beobachten
Amboseli ist der perfekte Ausgangspunkt für dein Selbstfahrer-Abenteuer in Kenya. Die Straßen im Park sind gut ausgeschildert, leicht zu befahren und machen richtig Spaß. Ideal, wenn du zum ersten Mal auf Safari bist.
Warum Amboseli zu den besten Nationalparks in Kenya gehört
Amboseli ist für zwei Dinge weltberühmt: seine großen Elefantenherden und den beeindruckenden Blick auf den Mount Kilimanjaro, der sich jenseits der Grenze im benachbarten Tanzania erhebt. Die besten Gebiete für Tierbeobachtungen liegen im südlichen Teil des Parks, rund um die Olodoare Plains, Oltukai, den Longinye Swamp, den Observation Hill Swamp und den Lake Kioko. Elefanten, Gnus, Zebras und Gazellen entdeckst du hier problemlos. Auch Löwen, Geparden und Hyänen werden häufig gesichtet. Vogelfans kommen an den Sümpfen dank der Vielfalt an Wasservögeln auf ihre Kosten.
Überraschenderweise gibt es im Park selbst keine öffentlichen Campingplätze. Die nächstgelegene Möglichkeit ist der öffentliche KWS Amboseli Camp, nur 200 Meter vom Parkhauptquartier entfernt. Alternativ kannst du in einer der nahe gelegenen KWS Bandas übernachten.
Wann ist die beste Reisezeit für den Amboseli National Park?
Amboseli ist das ganze Jahr über ein tolles Reiseziel. Da du keine Tiermigration einplanen musst, kannst du den Park besuchen, wann immer es in deinen Reiseplan passt. Am meisten regnet es im April, kurze Regenfälle gibt es normalerweise im November und Dezember.
Für ein ruhigeres Erlebnis empfehlen wir dir die Übergangszeiten, also außerhalb der stark frequentierten Monate Juli bis September und der Weihnachtsferien. Nach der Masai Mara ist Amboseli Kenyas meistbesuchter Park. Wenn du außerhalb der Hauptsaison kommst, sind daher weniger Fahrzeuge unterwegs und deine Safari wird entspannter.

Wie komme ich zum Amboseli National Park?
Amboseli lässt sich perfekt mit einem Roadtrip verbinden, der an der Küste des Indischen Ozeans endet. Du kannst den Park in unsere zweiwöchige Safari- und Strandroute oder die dreiwöchige Route Bush to Beach einbauen. Beide verbinden Kenyas Parks mit der Küste.
Welche Straßen du nehmen und meiden solltest
Wenn du von Nairobi aus fährst, schlägt dir Google Maps zwei Routen vor. Verlass dich aber nicht blind darauf. Die Strecke über Athi River–Namanga (C103) wirkt zwar kürzer, ist jedoch in schlechtem Zustand und kann dein Auto leicht beschädigen. Nimm stattdessen die Nairobi–Mombasa-Autobahn, biege bei Emali ab und folge der gut ausgebauten C102 bis zum Kimana Gate. Diese Strecke ist vollständig asphaltiert, schnell, landschaftlich reizvoll und der beste Weg in den Park.
Du kommst von Mombasa? Dann erreichst du Amboseli über den Tsavo West National Park und das Kimana (Olkelunyiet) Gate.
Wenn du eine unserer Selbstfahrer-Routen gebucht hast, musst du dir um die Orientierung keine Gedanken machen. Du erhältst detaillierte Reiseunterlagen mit deiner täglichen Route, empfohlenen Stopps und praktischen Tipps. So kannst du die Fahrt einfach genießen.

2. Samburu | Abseits der üblichen Wege und reich an Kultur
Trockene Ebenen, felsige Hügel und von Palmen gesäumte Flussläufe kündigen deine Ankunft in Samburu an. Diese wilde, abgelegene Region fühlt sich wie eine eigene Welt an.
Samburu ist die Heimat der Samburu, einer stolzen Gemeinschaft, die bis heute im Einklang mit dem Land lebt. Während deines Besuchs erlebst du nicht nur eine beeindruckende Tierwelt, sondern erhältst auch Einblicke in die reiche Kultur und die Traditionen der Samburu. Der Ewaso Nyiro River fließt durch das Schutzgebiet und bringt Leben in die ansonsten trockene Landschaft.
Die meisten Reisenden sagen einfach „Samburu“, tatsächlich umfasst die Region jedoch drei Schutzgebiete: Samburu, Buffalo Springs und Shaba. Jedes hat seinen eigenen Charakter. Zusammen bilden sie eine der lohnendsten Regionen im Norden Kenyas.
Warum Samburu zu den besten Nationalparks in Kenya gehört
Samburu ist ein Paradies für alle, die authentisches Reisen abseits der üblichen Wege lieben. Die unbefestigten Straßen sind rau und abenteuerlich, die Landschaft ist spektakulär und die Atmosphäre ruhig und entspannt.
Die Big Five findest du hier zwar nicht alle, dafür beheimatet Samburu seine eigenen „Samburu Five“: das Grevyzebra, den Somalistrauß, die Netzgiraffe, den Gerenuk und den Beisa-Oryx. Diese Tiere wirst du in den meisten anderen Parks nicht sehen. Die Region ist außerdem für ihre ansässigen Leoparden bekannt, die frühmorgens oder am späten Nachmittag oft in Flussnähe gesichtet werden.
Wenn du es etwas ruhiger angehen möchtest, gibt es neben Game Drives noch mehr zu erleben. Du kannst den Mount Ololokwe (1.754 m) besteigen und die großartige Aussicht genießen, ein von der Gemeinschaft betriebenes Elefantenwaisenhaus besuchen oder Zeit mit lokalen Samburu-Gemeinschaften verbringen und mehr über ihre Lebensweise erfahren.
Bei einem unserer Besuche machten wir Halt im Umoja Women’s Village nahe Archer’s Post. Die Erfahrung hat uns tief berührt und beeindruckt. Umoja wurde 1990 von 15 mutigen Frauen gegründet, die eine Vergewaltigung überlebt hatten. Heute ist Umoja ein Zufluchtsort für Frauen, die vor Kinderehen, weiblicher Genitalverstümmelung, häuslicher Gewalt und Vergewaltigung fliehen, all das ist bei den Samburu noch immer kulturelle Realität. Mit dem kleinen Eintrittsbeitrag trägtst du dazu bei, dass die Gemeinschaft ihren Ort erhalten kann. Mehr über die Umoja Women’s Group erfährst du in diesem Artikel des Guardian.

Wann solltest du Samburu besuchen?
Samburu kannst du das ganze Jahr über besuchen. Die beste Zeit für Tierbeobachtungen sind jedoch die trockenen Monate von Juni bis Oktober und von Dezember bis März.
Die Regenzeit fällt in den April, Mai und November. Dann können die Straßen schlammig und manche Gebiete schwerer zugänglich sein, dafür präsentiert sich die Landschaft in sattem Grün.
Wie kommst du nach Samburu?
Samburu ist von Nairobi, Nakuru oder Mount Meru aus über gut ausgebaute asphaltierte Straßen bequem innerhalb eines Tages mit dem Auto erreichbar. Bei der Routenplanung hilft dir unsere Tabelle mit Fahrzeiten und Entfernungen.
Samburu lässt sich ideal mit Meru National Park und Ol Pejeta Conservancy verbinden und ist auch Teil unserer Kenya Off the Beaten Track-Route. Eine Strecke, die einige der wildesten und abgelegensten Parks Kenias miteinander verbindet.
Kann ich in Samburu campen?
Wenn du gerne campst, findest du in Samburu einige versteckte Juwelen, die bei Reisenden besonders beliebt sind. Der River Special Campsite in Buffalo Springs liegt direkt am Fluss, perfekt, um früh am Morgen Tiere zu beobachten. In Shaba bietet der Funan Special Campsite eine ruhige Umgebung nahe einer Wasserstelle, im Schatten hoher Akazien.
Eine Buchung ist nicht nötig, sodass du flexibel bleibst und ein echtes Wildnis-Camping-Erlebnis genießen kannst. Weitere Informationen zu Unterkünften und Campingplätzen in der Region findest du auf der Website des Samburu Reserve.

3. Ol Pejeta National Park | Vorbild für Naturschutz
Zwischen den Aberdares und Mount Kenya gelegen, umfasst Ol Pejeta Conservancy 90.000 Acres geschützter Wildnis. Hier leben die Big Five und zahlreiche weitere Tierarten. Was Ol Pejeta jedoch besonders macht, ist der starke Fokus auf Naturschutz.
Das Schutzgebiet beherbergt das größte Schutzgebiet für Spitzmaulnashörner in Ostafrika und bietet außerdem geretteten Schimpansen ein Zuhause, dem einzigen Ort in Kenia, an dem du sie sehen kannst. Mit einer der höchsten Raubtierdichten des Landes ist Ol Pejeta ein Paradies für alle, die Tiere lieben.
Warum Ol Pejeta zu den besten Nationalparks in Kenia gehört
Ol Pejeta ist ideal für eine entspannte Selbstfahrer-Safari. Die Straßen sind gut ausgeschildert, leicht zu befahren und das ganze Jahr über zugänglich. Der Park ist kompakt, sodass du den größten Teil an einem Tag erkunden kannst, trotzdem gibt es jede Menge zu erleben.
In Ol Pejeta kannst du an verschiedenen spannenden Naturschutz-Erlebnissen teilnehmen, zum Beispiel Löwen verfolgen, nächtliche Game Drives unternehmen, zwischen Nashörnern reiten oder in freier Wildbahn joggen. Dadurch ist das Gebiet nicht nur abwechslungsreich, sondern auch sehr familienfreundlich. Alle Aktivitäten kannst du online über die Website von Ol Pejeta Conservancy buchen.
Da das Gebiet für Tierbeobachtungen relativ klein ist, reichen normalerweise ein Tag und eine Nacht aus, um die Höhepunkte zu erleben, außer du möchtest an mehreren Aktivitäten teilnehmen.
Ein Besuch in Ol Pejeta ist ebenfalls Teil unserer Kenya Off the Beaten Track-Route, auf der wir den Park mit Samburu und Meru National Parks verbinden.
Camping im Ol Pejeta National Park
Camping hier ist ein echtes Wildnis-Erlebnis. Alle Campingplätze sind privat, sodass du den Ort ganz für dich hast und rundherum nur die Geräusche der Natur hörst. Brennholz wird bereitgestellt, andere Einrichtungen gibt es jedoch nicht. Komm also gut vorbereitet.
Anders als in einigen anderen Parks musst du Camping in Ol Pejeta im Voraus buchen, da es nicht am Eingang organisiert werden kann.

4. Hell’s Gate & Lake Naivasha | Mountainbiken zwischen Zebras
Wenn du Abwechslung suchst und einen etwas anderen Safari-Ort erleben möchtest, sind Lake Naivasha und Hell’s Gate National Park eine gute Wahl. Die beiden kleinen Parks liegen direkt nebeneinander und sind beliebte Wochenendziele für die Einwohner Nairobis sowie ein gern eingeplanter Stopp auf vielen Selbstfahrer-Routen.
Naivasha und Hell’s Gate sind keine klassischen Safari-Ziele, punkten aber mit viel Charme, freundlichen Einheimischen und günstigen Unterkünften. Perfekt für alle, die Natur gerne mit einem Einblick in das lokale Leben verbinden.
Warum Hell’s Gate und Lake Naivasha zu den besten Nationalparks in Kenia gehören
Nach mehreren Tagen mit Game Drives ist Lake Naivasha der perfekte Ort, um es etwas ruhiger angehen zu lassen. Entlang des Ufers wachsen Akazien mit gelber Rinde und schöne, vogelreiche Wälder. Naivasha ist einer der besten Orte zur Vogelbeobachtung in Kenia. Hier leben unter anderem Schreiseeadler, Eisvögel und Reiher.
Wenn du trotzdem Tiere beobachten möchtest, kannst du an einer Safari zu Fuß oder per Boot teilnehmen. Wir finden allerdings, dass diese Erlebnisse eher entspannend als abenteuerlich sind.
Ganz in der Nähe bietet Hell’s Gate National Park etwas völlig anderes. Er ist einer der wenigen Parks in Kenia, in denen du zwischen Wildtieren Rad fahren oder spazieren kannst. Stell dir vor, du fährst mit dem Mountainbike an Zebras, Gazellen und Giraffen vorbei!
Du kannst auch durch die Hell’s Gate Gorge wandern, die für ihre roten Felsen, engen Schluchten und kleinen Wasserfälle bekannt ist. Erfahrene Kletterer können ihr Können am Fischer’s Tower unter Beweis stellen, einem freistehenden Vulkangestein, das die Landschaft prägt.
So kommst du nach Naivasha und Hell’s Gate
Beide Parks sind Teil unserer Selbstfahrer-Routen in Kenia und eignen sich hervorragend als Zwischenstopp zwischen Nairobi und den Seen des Rift Valley. Die Strecke von Nairobi nach Naivasha ist etwa 120 km lang und dauert normalerweise 2 bis 3 Stunden, abhängig vom Verkehr und von langsam fahrenden Lastwagen an der Steigung bei Maai Mahiu.
Camping am Lake Naivasha
Unser Favorit zum Campen am Lake Naivasha ist Camp Carnelly’s. Es liegt direkt am See und bietet eine entspannte Atmosphäre, ein gutes Restaurant und eine lebhafte Bar. Der perfekte Ort, um nach einer langen Fahrt abzuschalten.
Wenn du lieber nicht campen möchtest, bietet Camp Carnelly’s auch günstige Bandas mit Seeblick und viel Charakter.
Bereit, Kenias beeindruckende Nationalparks selbst zu entdecken?
Ob du Elefanten vor der Kulisse des Kilimanjaro beobachten, die Samburu kennenlernen oder unter dem Sternenhimmel campen möchtest, mit unseren Selbstfahrer-Touren kannst du die besten Parks Kenias ganz einfach auf einem roadtrip miteinander verbinden.
Wir kümmern uns um deinen 4×4-Mietwagen, die Routenplanung und die Unterkünfte, damit du dich ganz auf dein Abenteuer konzentrieren kannst.
Unsere Selbstfahrer-Touren in Kenia ansehen →
